Einfache Wingsail-Segelbegriffe
1. Luv und Lee
Backbord - Steuerbord -
Wind von Achtern -
Wind von Vorne
Grossmast - Besanmast -  Gross-Segel - Besan-Segel

 

lee - luv


Die Luv-Seite eines Schiffes ist dem Wind zu gekehrt. Der Wind weht auf die Luv-Seite zu. Entsprechend weht der Wind von der Lee-Seite weg.
Weht der Wind von hinten, sagen wir:
er weht von Achtern.
Weht er von Vorne, sagen wir:
er weht von Vorne -
oder auf die Nase... vor allem wenn wir gegen den Wind aufkreuzen müssen.
 
Im Bild ist
die Lee-Seite auch die Backbord-Seite;
die Luv-Seite auch die Steuerbord-Seite.
Der vordere Mast ist der Grossmast, das Segel dementsprechend das Gross-Segel oder Gross;
der achtere Mast heisst  Besanmast, das Segel also Besan oder  Besan-Segel.

2. Segeln vor dem Wind
Schmetterling-Segeln - Gross-Segel -
Besan-Segel  auffieren - Achterliek - Profile - reffen - abfallen - anluven - schiften - killen - Bugsprit - Blooper

             

vor dem Wind



mit Blooper
Vor dem Wind segelt die WAHOO
"Schmetterling":
das Gross-Segel (das Vordere) steht in Luv, so weit aufgefiert (hinaus gelassen), dass der Wind von hinten ins Achterliek (das hintere Ende des Segels) bläst.
Das Besansegel (das Achtere, Hintere) ist weit über 90° aufgefiert, der Wind streicht vom Mast aus über das Segel.
Beide Segel wirken als Profile, sind darum effizienter.
 
Wenn wir vor dem Wind reffen müssen (weil der Wind stärker wird
, müssen wir die Segelfläche verkleinern),
segeln wir vor den Wind, bis der Besan das Gross abdeckt:
wir fallen ab (vergrössern den Winkel zum Wind).

Im Bild sähe das so aus:
das Schiff segelt mehr nach  Backbord (nach links) bis der Wind von Achtern kommt,
den Besan nehmen wir mittschiffs (auf 90°).
Dann schiften wir das Gross (nehmen es nach Backbord über). Nachher luven wir an (segeln wieder näher an den Wind,
(hier nach Steuerbord, nach rechts)
bis der Wind querab einkommt.
Dann fieren wir den Besan (lassen ihn  über 90°
hinaus) bis er killt (im Winde flattert) und reffen ihn
während wir mit dem Gross weiter segeln.


 
Bei sehr leichtem Wind (bis etwa 15 kn) setzen wir am ausgefahrenen Bugspriet den grossen Blooper.
Allerdings muss der Wind dazu etwas seitlicher einfallen.
 


3. Segeln mit halbem Wind
Wind querab - fieren - Schot -
dichter nehmen -  auffieren -
freitragende Masten - Profile


                             mit halbem Wind
Der Wind, den wir auf dem Schiff bei halbem Wind spüren, kommt querab - trifft etwa in einem 90° Winkel auf die Luv- Seite.
In Wirklichkeit kommt er - je nach gesegelter Geschwindigkeit - etwas weiter von Achtern, von Hinten.

Beim Sailwing-Rigg wirken beide Segel immer als Profile und sind effizient. Denn, dreht der Wind weiter nach Achtern, können wir die Segel weiter auffieren (wir lassen sie mit der Schot weiter hinaus). Das geht, weil unsere Masten frei tragend sind, das Auffieren der Segel nicht durch Wanten begrenzt wird - jenen Stahlseilen, die gewöhnliche Masten auf beiden Seiten halten. Auf der WAHOO können wir darum die Segel immer so weit auf
fieren, dass sie als Profile wirken.
Dreht der Wind jedoch weiter nach Achtern und beginnt das Besan-Segel das Gross- Segel abzudecken, wechseln wir auf Schmetterling-Segeln (siehe oben).


4. Am Wind Segeln
Bugsprit - Jib - Segel-Schot dicht nehmen - Schwerter - Abdrift - reffen

            Volltuch am Wind

Bei wenig Wind (bis ungefähr 15 kn) segeln wir so wie gezeichnet:
mit ausgefahrenem Bugspriet (vorne über den Bug hinaus ragend).
Daran setzen wir die Jib, das Vorsegel.
Dann kommt das Gross-Segel und dahinter
das Besan-Segel.
Alle drei Segel sind dicht genommen; wir haben sie mit der Schot dicht genommen (dem Seil mit dem wir die Segelbäume und damit die Segel dichter nehmen oder auffieren können).

Beim Amwind-Segeln sind auch die beiden Schwerter (unter dem Kiel) gefiert. Ohne sie, würde der Wind die Jacht nur seitwärts durchs Wasser drücken. Mit gefierten Schwertern segelt die WAHOO mit sehr viel weniger Abdrift und kann auch bei viel Wind noch Luv machen.
 
Nimmt der Wind zu, nehmen wir zuerst die Jib weg. Nimmt er weiter zu, reffen wir als Nächstes das Besan-Segel (wir verkleinern die Segelfläche), dann reffen wir das Gross-Segel, dann wieder den Besan, dann wieder das Gross.
Mit doppelt gerefftem Gross und Besan (dann noch je 20 m2) können wir in einem normalen Sturm noch gut segeln.
Für extreme Verhältnisse haben wir zusätzlich zwei Sturmsegel von je 10 m2 an Bord.




5. Schot und Buly
Schot - Winsch - Buly/Bullen- talje - Baumnock





Mit der Schot stellen wir den Winkel des Segels zum Schiff ein. Sie ist nach Achtern geführt und wird dort um eine Winsch gelegt.
Die Winsch ist eine Trommel mit einseitiger Klinkensperre und Handhebel. Die Schot wird darum herum gelegt (gewickelt) und kann dann damit dicht geholt oder gefiert werden.

Mit dem Buly - oder der Bullentalje - fixieren wir das Segel nach vorne. Sind Buly und Schot angeschlagen, ist das Segel in der momentanen Position fest.
Die Schot ist immer angeschlagen. Sie geht von der Baumnock (dem achteren Ende des Baumes) über eine Rolle an Deck zur Winsch.
Der Buly hingegen wird angeschlagen, wenn das Segel so weit aufgefiert ist, dass er wirksam werden kann (der Winkel zwischen Baum und Buly muss entsprechend gross sein). Das ist bei einem Wind-Einfallswinkel ab ungefähr 60° der Fall. Allerdings schlagen wir den Buly in dieser Position nur bei wenig Wind an. Ab etwa halbem Wind wird er immer
angeschlagen, bei wenig und bei viel Wind.


6. Balanceleine
Gaffel -
Ausleger - Segelprofil

    
Die WAHOO fährt an Gross und Besan eine kurze Gaffel. So kommen wir der idealen Segelform einer Viertels-Ellipse relativ nahe.
Gaffelsegel wehen jedoch im Top aus (der Wind drück die Gaffel zu stark nach Lee). Das Segel leer dadurch im Top aus (ganz oben öffnet sich das Segel zu stark und zieht dort nicht mehr).
Beim Sailwing-Rigg der WAHOO verhindern wir das durch den Ausleger an der Besangaffel. Er ist mit der Grossgaffel durch die Balanceleine verbunden, die an Deck dichter geholt oder gefiert werden kann.
Drückt der Wind nun die Segel nach Lee, wird der Besanausleger nach Luv gezogen. Mit der Balanceleine können wir nun die beiden Gaffeln so weit wie nötig nach Luv ziehen: sie wehen nicht mehr aus (die Zeichnung zeigt sie zum besseren Verständnis zu dicht genommen).
Wir können also sowohl den Winkel der beiden Gaffeln - über die Balanceleine - als auch den Winkel der Segelbäume - über die Schoten - einstellen und erhalten
zwei erstaunlich gute Segelprofile:
WAHOO Wingsail-Rigg.



H O M E