Biografische Notizen

über Nikolaus Johannes Gutknecht.



Geburt
Ich wurde vor vielen Jahren in einem Altersheim in Zürich geboren. Wir kamen uns dort etwas deplaziert vor.
Meine Mutter war knapp 20 Jahre alt ; mein Vater nicht viel älter.
Es war trotzdem ein Lichtblick.

Konstrukteur und Skipper Schulen
habe ich einige besucht - darüber soll des Sängers Höflichkeit schweigen!..
Selbst während des kurzen Intermezzos an der Kantonsschule St. Gallen war mir kein Glück beschieden.
Mir fehlte offensichtlich die Zeit zum Lernen, die ich viel glücklicher mit meiner Jazztrompete verbrachte.
Ich wurde hinaus geschmissen.

Banklehre
meine Eltern waren der nicht ganz abwegigen Meinung, auch ein angehender Jazztrompeter müsse zuerst einen bürgerlichen Beruf erlernen.

Musikstudium
am Konservatorium Basel.
Jazz war verpönt - Blechmusik-Dirigenten gesucht.
Abbruch des Musikstudiums wegen extremer Herpesbildung an den Lippen...

Lektor
im Gotthelf-Verlag Zürich, als Stellvertreter für ein Jahr.

Heirat
mit einer wundervollen Frau.

Werbetexter und Konzeptgestalter
Bei Fritz Bühler in Basel, im Ateiler dieses damals berühmten Grafikers -
"Der Duft der großen weiten Welt..." -
lernte ich das Handwerk der Werber.

Creativdirector
in verschiedenen Werbeagenturen:


                         Am Ende dieser erfolgreichen Laufbahn

                                           war ich zum Werbe-Skeptiker mutiert.  
                     Das Bewusstsein, am falschen Rad mit zu drehen,

                         das Konsumieren an zu kurbeln anstatt ab zu bremsen
                                        war schwer zu ertragen.

Selbständigkeit
weg von der Werbung - hin zur audiovisuellen Kommunikation.
Industrie-, PR- Schulungsfilme und -Tonbildschauen.
Weiterhin auch Werbekonzepte, Multimedia.
18 Jahre lang.
Für viele grosse und noch mehr mittelgrosse, innovative Schweizerfirmen.

                     Jeder Mensch baut sich irgendwann seine Lebenslüge.
                               Darüber hinaus ist Filmen eine faszinierende
                                                   Angelegenheit.


Skipper
Ausbrechen
während meiner Selbständigkeit hatte ich als Ausgleich viel Zeit mit Trampen in Afrika und Asien zugebracht.
Später begann ich auf dem Meer zu segeln und habe dabei die verschiedensten Schiffe kennen gelernt.
Nach einer See- und Filmreise in die Südsee, auf einem 80 jährigen Fischkutter, erarbeitete ich Ideen und Grundsätze für ein ideales Reise-Segelschiff.

Aus "Gwunder", ob all die neuen Ideen darin auch funktionieren würden,
gab mir mein Onkel - selber Segler - die Chance, es zu bauen.
Im Selbststudium
lernte ich Segelschiffbau
und zeichnete und berechnete die Segeljacht WAHOO 46.

Als Gegenleistung habe ich für das grosses Hobby meines Onkels - eine fünfbändige Chronik über das Egnach: über Handwerke, Höfe, Schulen, Geschichte, von den Anfängen bis zur Gegenwart -
Redaktion, Lektorat und Organisation übernommen.
Nachdem er leider viel zu früh gestorben ist, habe ich das Werk 2005   endlich zu Ende gebracht.

Im Frühling 1990 war Stapellauf der Segeljacht WAHOO in Basel.
Ein spannender Augenblick. Sie schwamm genau auf der berechneten Wasserlinie.
Nicht ein einziges Kilo Ballast mussten wir verschieben. Und auch die neuen Ideen haben funktioniert und sich in der Zwischenzeit bewährt.

Unsere beiden Töchter waren längst selbständig, brauchten mich nicht mehr.
Meine damalige Frau hat einen Beruf, der sie erfüllt - sie gleichzeitig aber ans Land bindet.

Ich ging aufs Meer.

                      Ich floh vor der Werbung, der Zivilisation, der Familie,
                                  vor dem Leben in der Schweiz.
                            Dummerweise nahm ich mich selber auch mit.
                               Es hat etwas gedauert, bis ich das gemerkt habe,
                                      fast ein Jahr - allein mit dem Schiff,
                        harte körperliche Arbeit und viel Zeit zum Nachdenken.


Segelkontrolle Skipper
1990 segelte ich mit einem befreundeten Ehepaar, das mir beim Ausbau der WAHOO geholfen hatte,
im Mittelmeer und im Atlantik.
1991 segelte ich allein von Portugal zurück nach Sardinien.

Ab 1992 bot ich "Die anderen Ferien" und
"Das Erleben der Langsamkeit" auf der WAHOO an

und nahm MitseglerInnen auch zur Bestätigung der Seemeilen für den Schweizerischen B-Schein mit.

Lebensgefährtin
1993 hatte ich das Glück, meine zweite Lebensgefährtin kennen zu  lernen.
                                                               

Eine Reise
Während der Jahre 1994 bis 98 segelten wir zusammen zuerst im Mittelmeer, dann über Westafrika, nach Südamerika,Tobago, Trinidad, Venezuela, Curaçao, Haiti, Kuba, Nordamerika und über die Domenikanische Republik, Bermudas, Azoren zurück in's Mittelmeer.

Vier Monate lebten wir auf einer kleinen Insel vor der Küste Haitis und versuchten, der schwarzen Bevölkerung eine einfache medizinische Versorgung zu bieten.
Sie sind Selbstversorger, jeder einzelne erarbeitet seinen Teil zum Lebensnotwendigen der ganzen Sippe, die ihrerseits für eine breite Fächerung und für Notfälle sorgt.
Das Individuum allein ist nichts, die Wohlfahrt der Sippe alles.

Nikola mit Sextant Ein halbes Jahr lang segelten wir um Kuba herum und staunten über die medizinische Versorgung, die Schulung, über die Aufgeschlossenheit der Kubaner und darüber, wie wenig sie - und auch wir - zum Leben brauchen.

Ein weiteres halbes Jahr verbrachten wir in den USA - von Maryland bis Florida - und staunten ebenfalls:

Über die Freundlichkeit der meisten Bewohner, ihre Hilfsbereitschaft, ihre Oberflächlichkeit, ihre Ignoranz - und über das Warenangebot in den Supermärkten...


Rückkehr

Ab Januar 1999 hatten wir in Solothurn zusammen eine Wohnung.

Seit Anfang 2007 leben wir leider getrennt.


Reise rund um Afrika

Ab März 2007 segelte ich mit einer Mitseglerin und zwei Mitseglern, von Montenegro aus zum Suezkanal, durchs rote Meer, den Golf von Aden, nach Oman. Dann zu Dritt durch den Indic nach Madagaskar und um das Kap der Guten Hoffnung - Südafrika - in den Südatlantik. Über Namibia, den Bijago Archipel erreichten wir den Gambia Fluss und segelten weiter nach Senegal und über die Azoren nach Portugal.
Ende 2009 habe ich die Umrundung Afrikas beendet und bin mit
nur einem, aber zum Glück einem sehr erfahrenen Mitsegler von Portugal zurück nach Bar in Montenegro gesegelt. Es ist der härteste Teil dieser Reise gewesen.


Seit 2010 segle ich also wieder im Mittelmeer; seit 2012 zusammen mit Marlena. Wir versuchen unseren Mitseglerinnen und Mitseglern die Schönheiten des Meeres zu zeigen. Seit 2017 im Raume Tunesien - Sizilien - Malta.

Diskussionen über Literatur und Musik, auch über uns Menschen und über unsere noch immer wunderschöne Erde gehören dazu. Werden sie bei einem guten Glas Wein geführt, kann all das Negative nicht überhand nehmen und gute Gedanken blockieren.


                                                            Das Leben
                                         hatte mir einen weiteren Höhenflug beschert.
                                                    Wer hoch fliegt, stürzt tief
                                           einige Seelenknochen sind zerbrochen.
                                        Doch die Zeit heilt und man erholt sich.
                                               Serviert es dir gnädigst einen neuen
                                                        gewinnt, wer wagt
                                            wer den letzten Sturz vergessen.
                                                      Mut, Jung und Alt!
                                           Durch Liebe wird das Leben erträglich
                                                empfangen, geben, Neues erleben
                                            mir genügt das zum weiter machen.


               qui vivera verra...

                                               

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